Ich geh mit meiner Laterne …

Ich geh mit meiner Laterne …

11/11/2007 Aus Von Uta Lösken

Sturm war angesagt. Den ganzen Tag über wechselten kurze trockene Momente mit kräftigen Regenschauern, in die sich sogar Schneeflocken mischten. Kalt, nass und windig – kein Wetter für Laternen und Fackeln, sollte man meinen.
Doch als die Dämmerung kommt und sich Kinder und Eltern treffen, hat Sankt Martin wohl ein Einsehen. Kein einziger Regentropfen fällt, während über 40 Kinder in zwei Gruppen singend von Tür zu Tür durch Mittelagger ziehen. Die Kleinsten tragen stolz die Laternen, die sie im Kindergarten gebastelt haben, die Großen wandern mit Fackeln.

Den Gartenweg entlang und vor der Haustür sammeln. Einer drückt fest auf den Klingelknopf und alle fangen an zu singen: „Sankt Martin, Sahankt Martin, Sahankt Martin war ein guter Mann …“.
Die Tür öffnet sich, die Menschen lauschen. Als Zugabe „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne“. Applaus, die Belohnung wird hervorgeholt.
„Wer bekommt die Süßigkeiten?“
„Ich!“ Ein kleiner Junge in der ersten Reihe hält eine Plastiktüte weit auf für Schokoriegel, Bonbons oder Mandarinen. Sogar etwas Geld wird gespendet.
„Danke“, sagen die Kinder und „Danke für eure Lieder“, sagen die Erwachsenen.
Dann geht es weiter zur nächsten Tür.

Der Weg ist lang, die Beute reichlich. Nach über zwei Stunden Wandern und Singen treffen beide Gruppen mit gefüllten Bollerwagen in der Sängerklause ein. Die Laternen sind aus, die Fackeln abgebrannt, die Kinder erschöpft und manche heiser.
Während Eltern die gesammelten Schätze sortieren und gerecht in Beutel verteilen, holen sich die Kinder ihren Weckmann und ein Trinkpäckchen mit Orangensaft und plumpsen auf die Stühle.
Bevor sie die Süßigkeiten und das zusätzliche Taschengeld bekommen, soll noch einmal in großer Runde gesungen werden. Musikalische Unterstützung liefern Katharina Neumann und Cedrik Mosberger mit ihren Saxofonen.
Dann wird eine Familie nach der anderen aufgerufen und die Kinder tragen ihre gefüllten Beutel zufrieden an ihre Plätze.
Nach und nach leert sich der Saal, die Familien gehen nach Hause. Aber zum nächsten Martinssingen werden sie bestimmt wiederkommenn