Mittelagger in der Zukunftswerkstatt Dorf

15/08/2011 Aus Von Uta Lösken

Zum 2. Mal veranstaltete der oberbergische Kreis ein Schulungsprogramm unter dem Motto „Zukunftswerkstatt Dorf“. Das 5-tägige Wochenendseminar behandelte Themen zur Einordnung der Dörfer in kommunale und regionale Zusammenhänge, allgemeine und örtliche demographische Entwicklung, Handlungsfelder Bevölkerung, Vereine,  Bildung, Versorgung, Mobilität, Arbeit, Freizeit, Umwelt und Energie, sowie Hilfestellung zur Kommunikation, Motivation und Moderation.

Die IG Dorf- und Spielplatz Mittelagger e.V. war bei dieser Veranstaltung dabei. Unter der Leitung von Dr. Lutz Wetzlar wurden die Ursachen und vor allem die Auswirkungen des demographischen Wandels in den Dörfern beschrieben und analysiert. In gemeinsamen Dorfbegehungen mit den teilnehmenden Dörfern aus Gaderoth (Gemeinde Nümbrecht), Kreuzberg (Stadt Wipperfürth) und den Wupperorten (Stadt Radevormwald) wurden die Auffälligkeiten diskutiert.
So hieß es in Mittelagger: Warum sind die Sammelcontainer Glas und Kleidung nicht zentral aufgestellt? Warum sind die Ortsstraßen in einem derart schlechtem Zustand? Warum gibt es keine Veranstaltungstafel auf dem Hörtal? Und vieles mehr.
Natürlich sucht die IG Mittelagger kurzfristig eine Aufstellfläche für eine Veranstaltungstafel, nur die anderen Fragen können alleine nicht beantwortet werden. Auch hier bot Dr. Wetzlar Hilfestellung und versorgte die Teilnehmer mit Adressen, E-Mail-Kontakten und Telefonnummern.

Im folgenden wurden die Themenbereiche „Demografie, Soziales Gefüge und Zusammenleben, Kommunikation, Vereinsleben, Kultur und Identifikation, Infrastruktur und Versorgung, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung, überörtliche und regionale Einbindung, Natur und Umwelt, Baugestaltung und Baupflege, Grüngestaltung und Freiflächenpflege“ Stück für Stück besprochen und deren Wichtigkeit erörtert. Hieraus entwickelte sich eine offene Diskussion, denn die Ansichten zu den Punkten waren in jedem Ort andere.

In Einem waren sich alle Teilnehmer jedoch einig: Die Zukunft in den Dörfern hängt vom Engagement jedes Einzelnen ab. Die teilweise erschütternden Aussichten bzgl. der zukünftigen Altersstruktur im Oberbergischen Kreis ließen keinen anderen Standpunkt zu. Umso höher ist das ehrenamtliche Engagement zukünftig zu sehen, Leben im Alter in unseren Dörfern lebenswert zu gestalten. Aus diesem Grund sollte schon heute jeder Einzelne überlegen, was er für sein Dorf oder seine Gemeinde tun kann, und nicht darauf warten, was sein Dorf oder seine Gemeinde für ihn tut.

Am letzten Veranstaltungstag wurden unseren Teilnehmern Petra Neumann, Martina Corten, Jörg Vongehr und Axel Behrendt im Beisein unseres Ortsvorstehers Dirk Lünschermann feierlich die Zertifikate durch die stellvertretende Landrätin Ursula Mahler überreicht. Die Landrätin dankte allen 17 Teilnehmern für das ehrenamtliche Engagement und lobte, das auch die IG Dorf- und Mittelagger in Zukunft mit weniger  Menschen mehr Dorf erreichen möchte.