Zelte, Drachenboot und wilde Horden

Zelte, Drachenboot und wilde Horden

29/08/2010 Aus Von Uta Lösken

Nach dem Regen der letzten Tage rissen die Wolken auf und ließen Sonnenstrahlen auf ein gestrandetes Wikingerboot fallen. Das rot-weiß-gestreifte Segel flatterte im Wind, der Drachenkopf blickte grimmig auf die Gestade, an denen die wilden Horden nun für die nächsten Tage festsaßen.
Auf dem Spielplatz in Mittelagger schlugen sie ihre Zelte auf, hängten die Kessel über das Feuer und harrten auf bessere Zeiten.

Solche Geschehnisse bleiben in einem Dorf nicht unentdeckt und am Samstag, den 28. August Anno 2010, fanden sich die Einwohner des Steinaggertals auf dem Platz ein, um die Gäste zu bestaunen, um ihre Handwerkskünste zu sehen, um zu essen und zu trinken.
Wettergott Thor meinte es nicht gut mit diesen Mutigen, immer wieder ließ er seine Schauer auf die Menschen herabrauschen. Die aber trotzten ihm und die jüngsten unter ihnen wagten sich an verschiedene Prüfungen, um Krieger Odins zu werden und einen Wikingerorden zu erhalten. Sie arbeiteten an ihrer Ausrüstung, ließen sich Stammeszeichen auf die Wange malen und versuchten sich beim Drechseln und der Seilmacherei.
Ein Schmied zeigte seine Künste, ließ den Hammer immer wieder auf ein Hufeisen niedergehen, glühte es, schlug und arbeitete, bis er dem Publikum ein wundersames Werkzeug präsentieren konnte.
Einer der Höhepunkte des Nachmittags: Bürgermeister Rüdiger Gennies – Schirmherr der Veranstaltung – begrüßte die Gäste, lobte den Einsatz der an diesem Spektakel Beteiligten und forderte alle auf, die Vereine und ihre ehrenamtliche Arbeit im Steinaggertal tatkräftig zu unterstützen. Denn dieses Wirken stärke das Tal und komme allen Einwohnern zugute.
Anschließend konnte Bürgermeister Gennies die brandneue Infotafel „Steinaggertaltreff“ am Dorfplatz in Mittelagger einweihen. Zusammen mit Abgesandten der Vereine enthüllte er die Tafel, die von nun an ein zentraler Infopunkt sein soll, z.B. für Termine der Vereine und Mitteilungen von Bürgern für Bürger.
Vielen Dank an Dirk Lünschermann, den Ortsvorsteher von Mittelagger, der den „Steinaggertaltreff“ gespendet hat.

Am Abend verlagerte sich das Treiben in die Sängerklause, drei Bands traten auf.
Den Start machte die Jugendband „Vorwärz“, gefolgt von „Clumsy fellow“. Beide spielten sowohl Coversongs als auch Selbstgeschriebenes – Respekt !
Nach einer kurzen Umbaupause folgten dann die „Four Heartz“ um Andreas „Early“ Erlinghagen, den 2. Vorsitzenden der IG Dorf- und Spielplatz Mittelagger e.V. Jede Menge Oldies begeisterten das Publikum und luden zum Mitsingen und Tanzen ein.

In diesem Jahr hat es mit dem Wetter leider – und wohl zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins – nicht geklappt, so dass am Sonntag das Fest nicht fortgesetzt wurde. Trotzdem hoffen wir, dass alle, die dabei waren, Spaß hatten.
Und ein großer Dank geht wie immer an alle, die bei diesen widrigen Umständen mit voller Kraft dabei waren und das Wikingerfest möglich gemacht haben.

Ein Fotoalbum zum Wikingerlager im Steinaggertal gibt’s hier.