Zukunftsforum Dorf

21/11/2013 Aus Von Jürgen Neumann

Der Oberbergische Kreis macht sich Gedanken um die Zukunft und um die Zukunft seiner über 650 Dörfer. Dies unterstrich Kreisdirektor Jochen Hagt anlässlich einer Veranstaltung des Demographieforums Oberberg.
Landesweit wird in den kommenden Jahren eine Landflucht prognostiziert, die das Zusammenleben auf dem Land deutlich erschweren wird. Fragen der Mobilität, der Versorgung im Alter, der Hilfen im Krankheitsfall, Erschwernisse rund um die Versorgung mit Trinkwasser oder auch Probleme für die Alltagsbewältigung werden diagnostiziert.
Studien unter dem Motto „Vielfalt statt Gleichheit“ zeigen, dass man davon ausgeht, dass der Staat, das Land, die Gemeinden diese Probleme nicht bewältigen können. Reimar Molitor, Geschäftsführer der Region Köln/Bonn e.V., beschwor die Anwesenden in ihrem Bestreben für den Weiterbestand des dörflichen Lebens nicht nachzulassen. Frei nach dem Motto „Man muss das Leben so nehmen, wie es ist – muss es aber nicht so lassen“ sollten sich die Oberberger die Vorteile ihrer Heimat noch mal ins Gedächtnis rufen. Sein Vortrag erhielt den passenden Titel „Dörfer ohne Vereine – geht das?“. So zielte der Vortrag mehr darauf ab, die Vorzüge und das Lebenswerte seiner Heimatregion hervorzukramen anstatt in Schwermut zu verfallen. Kurze Verbindungen nach Köln oder Siegen wiegen die Schwierigkeiten vom Nord- in den Südkreis zu kommen wieder auf, ist seine Grundhaltung.

Beim anschließenden Rundgang unterstrich Mittelagger, dass die Hausaufgaben gemacht wurden. Die Stärken- und Schwächenanalyse des Dorfes zeigte schwerpunktmäßige Defizite in den Bereichen Kinder und Jugend – Ältere und Senioren – Abbau von Barrieren – Zukunftsfähige Vereinsstrukturen – Einkauf und Grundversorgung.
Entgegnen will Mittelagger diesen Defiziten mit der Sanierung des Kleinspielfeldes, der Etablierung des Dorfplatzes im Ortszentrum und der Einrichtung des Dorfbüros. Dieses Vorgehen fand bei der Kreiskommission großen Anklang.
Ein zeitgemäßes Kleinspielfeld für die Kinder und Jugendlichen, eine Dorfplatzsicherung über 20 Jahre einschließlich einer Kooperation mit allen Vereinen des Steinaggertales und die Einrichtung eines Dorfbüros als Hilfestellung bei Behördergängen und Vermittlung von Hilfen im Garten und Haushalt sowie beim Einkauf ist ein fortschrittliches und auf die Zukunft ausgerichtetes Miteinander.
Seminarleiter Dr. Lutz Wetzlar fand in seiner Begeisterung kaum Worte und konstatierte: „Sie haben die Probleme ihres Ortes erkannt und gehen genau den richtigen Weg. – Machen Sie weiter so!“

Das haben wir in Mittelagger vor, getreu unserem Motto „Mittelagger – Ich bin dabei“.
Wer ähnlich über seinen Lebensmittelpunkt denkt, kann bei den vielfältigen Aktivitäten im Dorf gerne mitmachen. Am Dorfplatz oder Dorfbüro kann sich jeder, ob Vereinsmitglied oder Anwohner aktiv beteiligen.
Für das Kleinspielfeld für unsere Jugend werden noch Spenden benötigt. Wer eine Spende leisten möchte, wendet sich bitte an den Projektleiter Jörg Vongehr oder direkt an den Vorstand.

Einen Bericht gibt es auch online in der OVZ.